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Das
Stadtgebiet von Czernowitz war bereits im zwölften
Jh. besiedelt. Diese Siedlung wurde von der, von
galizisch-ladomerischen Fürsten auf dem Berg Zezin
am linken Pruth-Ufer erbauten Festung, Tschern (zu
dt.: Schwarz) verteidigt.
Anfang des vierzehnten Jhs. wächst die Stadt am
rechten Prut-Ufer. Mitte des vierzehnten. Jhs. gerät
sie unter die Herrschaft Ungarns und später des
Moldauischen Fürstentums. 1408 wird Czernowitz zum
ersten Mal in einer Urkunde des moldauischen Fürsten
Alexander des Guten erwähnt. 1457 wurde die Stadt
zum Amtsbezirkszentrum und konnte sich dank ihrer
Lage auf dem wichtigen Handelsweg zum Schwarzen Meer
erfolgreich entwickeln. Ab 1514 war Czernowitz wie
auch die ganze Moldau unter dem Protektorat der
Türkei. Die Stadt wurde vorwiegend mit Holzhäusern
bebaut, darunter waren auch von den moldauischen
Fürsten errichtete orthodoxe Kirchen. In den Jahren
des Befreiungskrieges des ukrainischen Volkes
hielten sich in Czernowitz die Truppen von Bohdan
Chmelnizki zweimal 1650 und 1653 auf.
Seit
1774 gehörte Czernowitz zur Österreichischen
Monarchie. Es begann eine intensive Bebauung der
Stadt mit Steinhäusern, insbesondere im südlichen
Teil. Gerade in der Habsburger Periode seiner
Geschichte (bis November 1918) erhielt Czernowitz
das Gepräge einer mitteleuropäischen Stadt mit der
für alle Städte Österreich-Ungarns typischen
Architektur und städtischen Infrastruktur. In dieser
weit nach Osten liegenden Stadt bildete sich die
kosmopolitische polyethnische Bevölkerung heraus.
Zum Klima des Habsburger Czernowitz trugen
vielfältige konfessionelle und kulturelle
Traditionen der Ukrainer, Rumänen, Polen, Juden,
Deutschen bei (der deutsche Einfluss war besonders
groß).
Bis zum Jahre 1849 gehörte Czernowitz zu Galizien.
Danach wurde es zur Hauptstadt der Autonomie. 1866
wurde die Stadt mit der Eisenbahn mit Westeuropa
(über Lemberg) verbunden, 1874 wurde die Universität
gegründet. Einen wesentlichen Beitrag zur
Entwicklung der Czernowitzer Kultur leisteten
Wissenschaftler, Schriftsteller, Maler verschiedener
Nationen wie: Ju.Fedkowytsch, O.Kobyljanska,
M.Iwasjuk, Ju.Pihuljak, M.Eminescu, V.Alexandri,
R.F.Keindl, Paul Celan, A.Kochanowska, Rose
Ausländer und viele Andere.
Vom November 1918 bis Juni 1940 gehörte Czernowitz
zu Rumänien. Nach dem Zweiten Weltkrieg 1945 wurde
es zu einer Kreisstadt der UdSSR. Nachdem die
Ukraine unabhängig geworden ist, gewinnt die Stadt
allmählich ihr altes urbanistisches Kolorit und
kehrt wieder an ihre historischen Wurzeln zurück.
Czernowitz erlebte eine kulturelle Blüte während
seiner Zugehörigkeit zur österreich-ungarischen
k.u.k. Monarchie als Hauptstadt des Kronlandes
Bukowina. In der Stadt lebten Ukrainer, Rumänen,
Polen, Ruthenen, Juden, Roma und Deutsche.
Czernowitz war für seine Malerei und Literatur
berühmt - und ist es bis heute - für seine
Architektur.
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