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Die
Stadt Kamjanez-Podilskyj liegt ca. 20 km nordöstlich von Chotyn in einer
landschaftlich reizvollen und strategisch außergewöhnlichen Lage. Der Fluss
Smotrych mäandert hier ca. 60 m tief eingeschnitten in den Kalkstein der
podolischen Platte. Einer dieser Mäander umschließt einen ca. 700 x 500 m großen
Umlaufberg, auf dem mit Unterstützung von Befestigungsmauern die Altstadt
errichtet wurde. Der Zugang zu dieser strategisch so günstig liegenden Stadt
wurde zusätzlich durch den Bau einer Festung gesichert. Heute verbindet eine
moderne Brücke die Altstadt mit der im Osten nahezu im Schachbrettmuster
errichteten Neustadt.
Kamjanez-Podilskyj ist eine der ältesten Städte der Ukraine. Das genaue Alter
der Stadt lässt sich nicht angeben. In Chroniken wird der Ort aber schon im Jahr
1106 als Stadt erwähnt. Vom 14. bis 18. Jahrhundert erlebte Kamjanez Aufschwung-
und Blütezeit. Von 1373 bis 1430 stand sie unter litauischer Herrschaft, danach
war sie mit einer kurzen Unterbrechung von 1672 bis 1699 (türkisch-tatarisch)
bis 1792 zu Polen gehörig. Seit dem 14.Jahrhundert war Kamjanez eine der
bedeutendsten polnischen Festungen in der Ukraine. 1772 kam Kamjanez unter
russischen Einfluss. 1918 wurde hier die erste ukrainische Universität gegründet
und 1919 war die Stadt Interimssitz der Ukrainischen Nationalregierung. In 1922
wurde die Ukraine eine Teilrepublik der Sowjetunion. Infolge des deutschen
Angriffes auf die Sowjetunion 1941 litt auch Kamjanez unter den
Kriegshandlungen, unter den Unterdrückungen und dem Holocaust.
Die Einwohner von Kamjanez wurden im wesentlichen von drei Bevölkerungsgruppen
bestimmt: Polen, Ukrainern und Armeniern. Jede Bevölkerungsgruppe hatte
bestimmte Wohnquartiere und hinterließ Spuren in der gesamten Stadtarchitektur.
In der Blütezeit der Stadt soll es über 30 Kirchen und Klöster gegeben haben.
Besondere Sehenswürdigkeit ist die
Kamjanez-Podolskaja-Festung aus dem 16.Jahrhundert.
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