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Für einen Touristen sind in Czernowitz zahlreiche Sakralbauten interessant.
Unter den ältesten sakralen Bauten sind die Holzkirchen – die Nikolauskirche
(1607, vul. Sahajdatschnoho), die Himmelfahrtskirche (XVII. Jh., vul.
Boryspilska) und die Mariä-Himmelfahrtskirche (1783, in der ehemaligen Vorstadt
Kalytschanka) – erhalten geblieben. Für sie sind die typisch bukowinischen
Balkenwerkkonstruktionen und die hohen steil abfallenden Dächer kennzeichnend.
Am östlichen Rand von Czernowitz (in Horetsch) steht die barocke
Mariä-Geburtskirche (1767) mit 7 Kuppeln, dicken Mauern und einer
Verteidigungsgalerie. In ihrem Innenraum sind die Wandfresken besonders von
Interesse. In der ersten Hälfte bis Mitte des XIX. Jhs. wurden in der Stadtmitte
im klassizistischen Baustil die römisch-katholische Kirche Aufstellung des
Heiligen Kreuzes (1814, Arch. Genikoris, vul. Holovna 20) und das Rathaus mit
einem 50 Meter hohen und schlank emporragenden Turm (1843-1847, Arch. A. Marin,
A. Mikulicz, pl. Zentralna – Zentralplatz) aufgeführt. Das Rathaus ist
trapezförmig mit einem Innenhof angelegt. Der Mittelrisalit seiner Fassade ist
mit dorischen Pilastern und einem Giebel betont.
Die strengen klassizistischen Formen in Verbindung mit byzantinischen und
altukrainischen Bautraditionen kennzeichnen die griechisch-katholische
Mariä-Himmelfahrtskirche (1821) in der Ruska-Straße, die orthodoxe St.
Paraskewiakirche an der Straßenkreuzung Hauptstraße (vul. Holovna) und
Maria-Sankowetska-Straße (1843-1863, Arch. A. Pawlowski, Ikonenmalerei Eugen
Maximowicz) und die Kathedrale des Heiligen Geistes (1844-1864, Arch. Anton
Röll, vul. Holovna 85). Den Innenraum dieser imposanten orthodoxen Kathedrale
verzieren, die von einer Malerguppe unter Leitung von K. Jobst Ende XIX. Jhs.
ausgeführten Wandmalereien. Die imposante Kuppel, die die Verbindung des
Kreuzschiffes mit dem Hauptschiff bedeckt, ist die dominante Krönung der
Kathedrale.
Nach dem Bauprojekt von J. Hlavka wurde die neogotische armenisch-katholische
Kirche (z. Zt. Orgelsaal der Philharmonie, vul. Ukrainska 30) errichtet. Sie ist
aus Glasurziegeln gebaut, besonders beeindruckend sind der meisterhafte
Steinschnitt, die Keramikverkleidung, die Buntglasfenster sowie die
Kuppelmalerei im Innenraum. Ein neogotisches Bauwerk stellt auch die ehemalige
Jesuitenkirche „Das Herz Jesu“ (1891-1894, Arch. Joseph Leitzner, z. Zt. das
Gebietsarchiv) in der heutigen Schewtschenko-Straße 2 dar. Im Jahre 2000 wurde
beschlossen, dieses Gebäude an die deutsche Minderheit der Stadt zurückzugeben.
Kurz vor dem Zweiten Weltkrieg 1939 wurde die Errichtung der Nikolauskathedrale
(vul. Ruska 35) vollendet. Ihre Gesamtarchitektur erinnert an einen der
wichtigsten sakralen Kreuzkuppelbauten Rumäniens, die Kirche in Curtea-de-Arges
(Mitte XIV. Jhs.). Die emporragenden schneckenförmigen Kirchtürme fesseln den
Blick und sind noch Heute sehr beeindruckend.
Neben den christlichen Heiligtümern war Czernowitz einmal auch durch seine
wunderschöne Synagoge an der Ecke der Universitätsstraße und
Maria-Sankowetska-Straße bekannt. Dieses vom berühmten Lemberger Baumeister
Julian Zachariewicz im „mauritanischen“ Stil 1873-1877 entworfene Gebäude
beeindruckte einmal mit Leichtigkeit seiner Proportionen und auserlesenen
Verkleidungen. Es sah so aus, als wäre es nach Czernowitz aus dem arabischen
Orient herübergebracht worden. Leider wurde die Synagoge 1954 für ein Kino
umgebaut. Es besteht noch Heute und heißt „Tscherniwzi“.
Zum wichtigen Mittelpunkt des religiösen Lebens der jüdischen Bevölkerung von
Czernowitz war im XIX. bis die erste Hälfte XX. Jhs. Sadgora – „jüdischer
Vatikan“ (z. Zt. einer der Stadtbezirke). Hier befanden sich Synagogen und der
Palast des chassidischen Zaddik (Rabbiners), dessen Ruinen bis zu unserer Zeit
erhalten geblieben sind. Sadgora wird oft von Juden-Chassiden aus Israel, den
USA und anderen Ländern besucht. |