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Seit Mitte des neunzehnten Jh. wurde
aus Czernowitz eine Grenz-Knotenstation. Diese Lage begünstigte die
wirtschaftliche Entwicklung der Stadt und des Landkreises. In der Stadt waren
die Warenbörse, die Handelskammer, die Handwerkskamer, das Postamt, ein
Telegrafenamt, viele verschiedene Sparkassen und Filialen von ausländischen
Banken. So kam das europäische Kapital nach Czernowitz und beschleunigte den
Bauboom. Nachdem der Wohnungsbau florierte, begann die Verwaltung mit den großen
Bauten für Krankenhäuser, Schulen, Hotels, Ballsäle und weitere öffentliche
Bauten.
Die Blütezeit der Czernowitzer Baukunst fällt auf die zweite Hälfte des
neunzehnten und den Anfang des zwanzigsten Jhs.. In dieser Zeit wurden auf dem
Hügel in der Stadtmitte die Gebäude in verschiedenen Stilen des Historismus:
Neorenaissance, Neogotik, Neobarock gebaut. Unter ihnen - das Meisterwerk alten
Czernowitz, das architektonische Symbol der Stadt - die Residenz der orthodoxen
Metropoliten der Bukowina und Dalmatiens, gebaut von 1864 bis 1882 nach den
Plänen des österreichischen Architekten Josef Hlávka.
Der Stil der Bauten ist eklektisch mit dominierenden Motiven der byzantinischen
und romanischen Architektur. Heute ist in den historischen Gebäuden die
staatliche Universität untergebracht, die bereits ihr 130 jähriges Jubiläum
gefeiert hat.
Besonderes auffallend sind hohe Giebelabtreppungen und Backsteinmauern, bunte
mit Glasurdachsteinen bedeckte Dächer, die an bukowinische Teppiche erinnern.
Die Gesamtarchitektur des ganzen Ensembles (das Hauptgebäude mit zwei
Nebengebäuden) hebt sich durch eine strukturierte Exaktheit hervor. Im ersten
Stock des Hauptgebäudes befindet sich der Marmorsaal (die Aula) und der Rote
Saal für Senatssitzungen. Im linken Nebengebäude war früher die Seminarkirche.
Ihre Wände sind mit im akademischen Geiste ausgeführten Malereien von K.Jobst,
K.Svoboda und I.Klein bemalt. Eine herrliche Ikonenwand vom Ende des neunzehntes
Jh. ist auch erhalten geblieben. Hinter den Universitätsgebäuden liegt ein
malerisch angelegter dendrologischer Garten mit seltenen Pflanzenarten. |